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Achtung: Internetbetrug/„Love-Scamming“
Internetbetrug © Deutsche Botschaft Bischkek
In letzter Zeit nimmt die Anzahl von Betrugsfällen durch sogenanntes „Lovescamming“ zu, und wird vermehrt auch aus Kirgisistan betrieben. Die Täter versenden entweder E-Mails oder nehmen über Social Media-Plattformen Kontakt mit dem Opfer auf.
Achtung:
Das hier geschilderte „Love Scamming“ ist zwar die häufigste, aber nicht die einzige Variante des Internetbetrugs. Stattdessen gibt es eine Vielzahl verschiedener und immer neuer Szenarien. Der erste Kontakt entsteht meist in sozialen Netzwerken, auf Dating-Websites und sonstigen Kontaktbörsen im Internet. Es wird in vielen Fällen zunächst ein enger Kontakt mit dem Adressaten/der Adressatin gepflegt, der zur Entstehung einer (scheinbaren) Liebesbeziehung, zu Besuchsabsichten und in manchen Fällen sogar zu einem (scheinbaren) Heiratsentschluss führt. Die Tatsache, dass ein Kontakt bereits seit Monaten/Jahren besteht, lässt keine sicheren Rückschlüsse auf seriöse Interessen des Kontakts in Kirgisistan zu.
Nach einiger Zeit des Kontakts werden – frei erfundene – Notfallsituationen vorgebracht, um das Opfer zu Geldüberweisungen zu drängen.
Häufige Fallkonstellationen, für die Geldtransfers erbeten werden:
- zur Bezahlung von Flügen, Taxifahrten auf dem Weg nach Deutschland. Die genannten Preise sind meist übertrieben hoch.
- zur Hinterlegung von „Kautionen“ wahlweise bei der deutschen/einer anderen europäischen Botschaft, oder bei den kirgisischen Grenzbehörden
- zur Bezahlung von Visagebühren (meist weit höher als die tatsächlichen Gebühren)
- zur Bezahlung von Schulden, ohne die vorgeblich keine Ausreise möglich sei
- zur Begleichung von Unfall- und Krankheitskosten, welche zumeist kurz vor der geplanten Reise kurzfristig auftreten
- zur Bezahlung von Strafzahlungen, welche nach angeblicher Verhaftung am Flughafens wegen Schmuggels von Artefakten oder Ähnlichem vorgeblich fällig werden
Diese Liste ist nicht abschließend. Betrüger sind sehr kreativ in der Schaffung neuer Scheinsachverhalte.
Ablauf des Geldtransfers:
Die Geldtransfers werden meist über Zahlungsdienstleister wie z.B. Western Union erbeten, da diese Art der Geldversendung die Möglichkeit bietet, Bargeld innerhalb von Minuten von einem Ort der Welt an einen anderen zu überweisen. Der Empfänger benötigt zur Entgegennahme des Geldes nicht einmal ein Bankkonto. Es kommt jedoch auch vor, dass Zahlungen auf kirgisische oder europäische Bankkonten erbeten werden – auch diese Geldzahlungen werden den gut organisierten Betrügern z.B. durch Mittelsmänner vom Konto abgehoben und mittels Kryptowährung ins Ausland weitergeleitet und können so nicht mehr nachverfolgt werden.
Die Betrüger geben sich als kirgisische Staatsbürgerinnen oder Staatsbürger aus und schicken Scans meist gefälschter oder mit Photoshop verfälschter Ausweisdokumente und Visa.
- Einmal überwiesene Beträge sind in der Regel verloren. Eine Möglichkeit, das Geld zurückzuerlangen, besteht in aller Regel nicht.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Botschaft nicht bei einer möglichen strafrechtlichen Verfolgung unterstützen oder Einfluss auf diese nehmen kann. Bitte wenden Sie sich an einen örtlichen Anwalt hier.
- Die Botschaft verfügt nicht über die notwendigen rechtlichen Befugnisse und Möglichkeiten, um die Identität von Personen oder Adressen zu überprüfen.
- Bitte informieren Sie in jedem Fall Ihre örtlich zuständige Polizeidienststelle in Deutschland.
Wie Sie sich verhalten sollten:
- Antworten Sie nicht auf Schreiben der oben erwähnten Art, auch nicht, wenn Sie unter Druck gesetzt oder bedroht werden. Tätigen Sie keinerlei Geldzahlungen.
- Geben Sie auf keinen Fall persönliche oder firmenbezogene Daten, insbesondere keine Konto- oder Kreditkartennummern bekannt.
- Vereinbaren Sie keinesfalls Treffen mit den Betrügern – weder im Ausland noch in Deutschland. Es handelt sich hier mitunter um kriminelle Banden, von denen im schlimmsten Falle eine Gefahr für Leib und Leben ausgehen kann.
- Reisen Sie keinesfalls nach Kirgisistan, um auf eigene Faust die Betrüger/innen zu finden. Sie begeben sich in eine potentielle Gefahrensituation und haben als ortsfremde Person auch keine realistische Chance, die Betrüger zu überführen.
Weiterführende Informationen zum Thema:
https://www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/51-scamming-betrug-mit-vorauszahlungen/
Informationen zum Visumverfahren erhalten Sie auf der Webseite der Deutschen Botschaft Bischkek unter https://bischkek.diplo.de/kg-de/service/05-visaeinreise
Sollten Sie einem Internetbetrug zum Opfer gefallen sein, können Sie Strafanzeige bei der für Ihren Wohnort zuständigen deutschen Polizeidienststelle stellen.
Sollten Sie Anzeige in Kirgisistan erstatten wollen, empfehlen wir die Beauftragung eines Rechtsanwalts. Eine aktuelle Rechtsanwaltsliste finden Sie auf unserer Webseite unter https://bischkek.diplo.de/kg-de/2557824-2557824